Steuern auf WSOP Gewinn: Circa 40% vom Finaltisch an Steuerbehörden geflossen

Steuern auf WSOP Gewinn: Circa 40% vom Finaltisch an Steuerbehörden geflossen

Zehn Millionen Dollar Preisgeld machen Lucas Jumalon mit einem Schlag zum Poker-Millionär. Der 22-jährige Amerikaner gewinnt das Main Event der World Series of Poker 2026. Damit sichert er sich zugleich einen der begehrtesten Titel der Pokerszene. Allerdings entspricht das offizielle Preisgeld nicht dem Betrag, den Jumalon tatsächlich behalten dürfte.

Der amerikanische Fiskus beansprucht einen erheblichen Anteil des Gewinns. Nach Berechnungen eines Steuerexperten könnten fast vier Millionen Dollar an Steuern fällig werden. Damit zeigt der spektakuläre Erfolg zugleich eine weniger bekannte Seite großer Pokerturniere. Wohnort, Steuerstatus und Herkunft beeinflussen erheblich, was Spielern von ihren Preisgeldern bleibt.

Lucas Jumalon gewinnt zehn Millionen Dollar

Das Main Event bildet traditionell den Höhepunkt der World Series of Poker. Im Jahr 2026 zahlen 9.208 Spieler jeweils 10.000 Dollar Startgeld. Dadurch wächst der gesamte Preispool auf mehr als 85,6 Millionen Dollar. Jumalon erreicht nach einem langen Turnierverlauf den Finaltisch und startet dort als Chipleader. Schließlich setzt sich der Amerikaner auch im entscheidenden Duell durch.

Im Heads-up trifft er auf Lauri Saaskilahti aus Finnland. Der zweite Platz bringt Saaskilahti immerhin sechs Millionen Dollar ein. Jumalon erhält dagegen die Siegprämie von zehn Millionen Dollar. Sein Triumph besitzt auch aus historischer Sicht Bedeutung. Mit 22 Jahren zählt er zu den jüngsten Main-Event-Champions überhaupt. Nur Joe Cada war bei seinem Titelgewinn 2009 noch jünger. Doch unmittelbar nach dem Turniersieg beginnt eine völlig andere Rechnung.

Fast vier Millionen Dollar Steuern für den Fiskus

Der Steuerexperte Russell Fox berechnet regelmäßig die voraussichtlichen Abgaben der Finalisten. Seine Werte zeigen, wie stark sich die Bruttogewinne anschließend reduzieren können. Für Jumalon ergibt die Berechnung eine Steuerbelastung von 39,91 Prozent. Daraus entsteht eine geschätzte Abgabensumme von 3.990.826 Dollar. Vom ursprünglichen Preisgeld verbleiben somit voraussichtlich 6.009.174 Dollar. Rund vier von zehn gewonnenen Dollar würden damit an den Fiskus gehen. Jumalon stammt aus Spokane im US-Bundesstaat Washington. Bei seiner Berechnung spielen insbesondere Bundessteuern und Abgaben aus seiner Tätigkeit als Pokerspieler eine Rolle.

Die veröffentlichten Beträge stellen allerdings keine endgültigen Steuerbescheide dar. Vielmehr handelt es sich um fachliche Berechnungen anhand der bekannten Voraussetzungen. Außerdem können weitere Vereinbarungen die tatsächliche Auszahlung beeinflussen. Professionelle Pokerspieler verkaufen beispielsweise gelegentlich Anteile ihrer Turnierbeteiligung an sogenannte Backer. Solche individuellen Vereinbarungen sind in den Berechnungen nicht berücksichtigt.

Jamie Shaevel verliert sogar mehr als die Hälfte

Besonders deutlich fällt die Belastung beim siebtplatzierten Jamie Shaevel aus. Der Amerikaner erhält für seinen Finaltisch-Erfolg 1,5 Millionen Dollar. Sein Wohnsitz in Kalifornien wirkt sich jedoch erheblich auf die Steuerrechnung aus. Insgesamt liegt die geschätzte Steuerbelastung bei 50,37 Prozent. Damit könnten rund 755.500 Dollar an Steuern anfallen. Shaevel würden anschließend lediglich etwa 744.500 Dollar verbleiben. Bemerkenswert ist dabei das Verhältnis zwischen Preisgeld und Nettobetrag. Der Staat könnte in diesem Fall mehr vom Gewinn erhalten als der Spieler selbst.

Jamie Shaevel verliert sogar mehr als die Hälfte

Auch Michael Gagliano muss mit hohen Abzügen rechnen. Für Platz vier erhält der Amerikaner ein Preisgeld von 2,75 Millionen Dollar. Seine geschätzte Steuerbelastung beträgt 48,39 Prozent. Somit verbleiben ihm nach der Berechnung etwa 1,42 Millionen Dollar.

Die Steuerbelastung der Finalisten im Vergleich

Am Finaltisch werden insgesamt 30,25 Millionen Dollar Preisgeld ausgeschüttet. Davon könnten nach den Berechnungen rund 12,27 Millionen Dollar an verschiedene Steuerbehörden fließen.

Die geschätzten Nettobeträge zeigen erhebliche Unterschiede:

  • Lucas Jumalon: rund 6,01 Millionen Dollar
  • Lauri Saaskilahti: rund 3,23 Millionen Dollar
  • Greg Mueller: rund 2,63 Millionen Dollar
  • Michael Gagliano: rund 1,42 Millionen Dollar
  • Han Feng: rund 1,36 Millionen Dollar
  • Rami Hammoud: rund 1,23 Millionen Dollar
  • Jamie Shaevel: rund 744.500 Dollar
  • Mario Boos: rund 706.300 Dollar
  • Evagoras Evagorou: rund 653.500 Dollar

Zusammen behalten die neun Finalisten demnach ungefähr 17,98 Millionen Dollar. Die durchschnittliche geschätzte Belastung durch Steuern liegt bei 40,58 Prozent.

Kanadische Finalisten kommen vergleichsweise günstig davon

Deutlich niedriger fällt die errechnete Belastung für die beiden kanadischen Finalisten aus. Greg Mueller beendet das Main Event auf dem dritten Platz. Für diese Leistung erhält er 3,75 Millionen Dollar. Nach den Berechnungen könnten davon rund 1,12 Millionen Dollar an Steuern anfallen. Seine Quote liegt damit bei 29,92 Prozent. Unter dem Strich verbleiben Mueller ungefähr 2,63 Millionen Dollar.

Kanadische Finalisten kommen vergleichsweise günstig davon

Ähnlich sieht die Rechnung bei Rami Hammoud aus. Der Kanadier landet auf Platz sechs und kassiert 1,75 Millionen Dollar. Seine geschätzte Belastung beträgt 29,83 Prozent. Daraus ergibt sich ein voraussichtlicher Nettobetrag von rund 1,23 Millionen Dollar. Beide Kanadier weisen damit die niedrigsten errechneten Prozentsätze des Finaltisches auf.

Warum Pokergewinne unterschiedlich besteuert werden

Ein Blick auf den Finaltisch verdeutlicht die Komplexität internationaler Pokerturniere. Schließlich treten Spieler aus verschiedenen Ländern und Steuergebieten gegeneinander an. Alle Teilnehmer gewinnen ihr Preisgeld beim selben Turnier in Las Vegas. Dennoch gelten anschließend keineswegs identische steuerliche Voraussetzungen. Bei amerikanischen Spielern können neben Bundessteuern zusätzliche Steuern und Abgaben ihres jeweiligen Bundesstaates anfallen. Manche Bundesstaaten verlangen dabei deutlich höhere Steuern als andere.

Internationale Teilnehmer unterliegen wiederum anderen Vorschriften. Zusätzlich können Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Staaten eine wichtige Rolle spielen. Auch der Status eines Spielers beeinflusst die steuerliche Behandlung. Zwischen professionellem Pokerspiel und gelegentlicher Teilnahme können Unterschiede bestehen. Deshalb lässt sich aus einem veröffentlichten Turnierpreis nicht automatisch der tatsächliche Nettogewinn ableiten.

Vom Turnierpreis zum tatsächlichen Pokergewinn

Große Preisgelder gehören zu den spektakulärsten Geschichten der World Series of Poker. Dennoch zeigen die Steuerberechnungen eine wichtige Einschränkung. Die auf Siegerfotos genannten Millionenbeträge entsprechen zunächst dem Bruttogewinn. Erst danach werden steuerliche Verpflichtungen und mögliche Beteiligungen relevant. Bei Jumalon bleiben nach der aktuellen Schätzung rund 60 Prozent seiner zehn Millionen Dollar übrig. Das entspricht immer noch einem außergewöhnlichen finanziellen Erfolg.

Vom Turnierpreis zum tatsächlichen Pokergewinn

Zugleich verdeutlicht Shaevels Beispiel, wie entscheidend der Wohnort sein kann. Trotz 1,5 Millionen Dollar Preisgeld könnte ihm weniger als die Hälfte bleiben. Für professionelle Spieler gehören steuerliche Fragen deshalb zur wirtschaftlichen Seite ihrer Karriere. Gleiches gilt für Kosten, Buy-ins und mögliche Vereinbarungen mit Geldgebern.

Der größte Gewinner bleibt Lucas Jumalon trotz Steuern

Trotz der Millionenforderung des Fiskus steht Lucas Jumalon als großer Gewinner der WSOP 2026 fest. Sein Main-Event-Triumph bringt ihm weit mehr als ein enormes Preisgeld. Mit dem Sieg erhält er das prestigeträchtige Bracelet und einen Platz in der Pokergeschichte. Zudem gehört er nun zum kleinen Kreis der Main-Event-Weltmeister. Finanziell reduziert die voraussichtliche Steuerbelastung den spektakulären Gewinn jedoch erheblich. Aus zehn Millionen Dollar werden nach der Schätzung knapp über sechs Millionen Dollar.

Der Finaltisch zeigt außerdem, dass der nominelle Turniergewinn nur einen Teil der Geschichte erzählt. Steuerrecht und Wohnort können das Ergebnis anschließend erheblich verändern. So endet das größte Pokerturnier für manche Teilnehmer mit einer zweiten großen Rechnung. Diesmal entscheidet allerdings nicht das Kartenglück, sondern das jeweils geltende Steuerrecht. Übrigens war Knossi in diesem Jahr nicht bei der WSOP dabei.